Wonnemonat-Wahnsinn: Hitziger Saisonauftakt beim 43. Maikäfertreffen
Es gibt selten Dinge auf die man im Laufe des Jahres so richtig hinfiebert. Das Maikäfertreffen in Hannover ist genau so ein Event. Ein Maisprung der Sonderklasse um die dunkle Jahrezeit abzuschütteln und den Winterschlaf des geliebten Heckmotor-Gefährten endlich zu beenden.
Routiniert was die Planung betrifft begeben Kumpel Patty und ich uns wie immer gegen 8:00 Uhr im Zweierkonvoi auf die Bahn. Nur ein kurzer Stau kurz vor dem Ziel und wir reihen uns ganz vorn in die Schlange der wartenden Busse ein. Dieses mal reicht die Zeit noch nicht einmal für ein „Endlich-wieder-MKT-Bier“ auf dem Bürgersteig an der Karlsruher Straße. Henry Hackerott, der Orga-Chef des Maikäfertreffens, saust mit seinem E-Roller an
den Wartenden schon um kurz vor 11:00 Uhr vorbei. Ein untrügerisches Zeichen, dass der Einlass kurz besor steht. Und so ist es dann auch, an siebter Stelle gleich hinter dem „Teilegott“ mit seinem Partybus der Wilden 13, fädeln wir uns auf den Weg zum Messegeländes ein, bekommen die Willkommenstasche mit dem begehrten Sticker hieneingereicht, und parken auf einer der mit Birken bewachsenen
Grünflächen. Trotz der Bäume ist Schatten bei diesem schon fast traditionellem grandiosen Wetter Mangelware. Der Sonne mit der Markise von Bruno ein Schnippchen geschlagen können wir nun zur Mittagszeit unser erstes Kaltgetränk geniessen und sind erstaunt, dass der Strom der Anreisenden schon erloschen ist. Vielleicht haben die meisten mit dem frühen Einlass nicht gerechnet und kommen später, vielleicht kommt aber auch gar keiner mehr? Natürlich ersteres, denn nach und nach füllt sich das Gelände dermaßen, dass der als Campground vorgesehene
Parkplatz bis weit nach hinten zu den Messehallen aufgefüllt werden muss. Es ist aber auch zu gut, dieses Maikäfertreffen! Hier pulsiert die Szene, wie sonst vielleicht nur noch beim EBI, in SPA oder Hessisch-Oldendorf. Soviel freundliche, alte Wegbegleiter und reichlich neue Bekannte, die ich teilweise erst dann erkenne wenn sie mir ihren Instagram-Namen entgegenrufen – Flashig, aber es ist mir bei jedem ein echtes Fest! Die schönen und kuriosen Autos, wie z.B. der mit einem
Käfermotor im Heck ausgestattete Jetta sind das eine, aber der Teilemarkt jener andere große Part dieser Veranstaltung ist ein echter Magnet und lockt schon am Vortag des 1. Mai zahlreiche Schnäppchen-Schrauber an. Wer ein Teil für seinen Luftgekühlten oder wassergekühlten T3 sucht wird meistens nicht enttäuscht, sofern man früh genug auf die Pirsch geht. In den Nachmittagsstunden lassen wir es uns am Grill gut gehen, erzählen aus dem Leben und feiern den Moment.
Feiern lässt es sich auch prima an der Bushaltestelle von Matze (die mit dem Gorilla), welche sich wie immer neben dem spektakulär bassigen Bus von Marco positioniert hat. Marco ist der bunte Hund der Szene und einer der liebenswürdigsten Bullifahrer, den ich je kennenlernen durfte. Obwohl von Hundertschaften vollgequatscht findet er immer einen kleinen Moment des echten Austauschs. Besonders stolz macht es mich an diesem

Vom Meister gleich an Ort und Stelle verklebt: der „Mayday-Sticker„
Abend, dass er ohne mit der Wimper zu zucken meine neue Stickerkreation an seinem Kultbus verklebt. Ein Ritterschlag, dem wir gleich an der Bierdoka von Markus nebenan befeiern müssen. Ein Abend, der mir am nächsten Morgen noch reichlich in den Knochen steckt, als ich gegen 6:00 Uhr den Bus für eine Fototour verlasse. Es ist noch ruhig im Lager und doch hört man nach und nach die wie die Käfer, die eigentlichen Hauptprotagonisten, aus allen Richtungen den Platz ansteuern.
Als die Sonne das Gelände erwärmt stößt Patty zu mir und wir gönnen und frische Brötchen von der Tanke nebenan. Übrigens auch eine empfehlenswerte Adresse, wenn man sich scheut auf einem der aufgestellten Dixie-Klos die das Veranstaltungsgelände säumen Platz zu nehmen. Nun erwacht auch der Rest des Treffens und es bewegt sich reichlich was auf dem angrenzenden Messeglände. Man meint in einen
Ameisenhaufen gestochen zu haben, denn im Laufe des Tages erhöht sich das Klassikervolumen auf über 3000 Einheiten bei 10.000 Besuchern. Viel zu entdecken, viel zu fotografieren und groß der Drang bei dieser steten Sonneneinstrahlung den Körper mit Wasser zu fluten. Ein Jahrmarkt rund um die Luftgeühlten mit Show & Shine, Pommesbuden und grandiosen Ausstellungstücken.
Besonders angetan hat es mir der einst als Hünherstall entfremdete T1 aus dem Jahr 1956 des Deutschen Roten Kreuzes. Der Bus trägt ein Göttinger Kenzeichen mit TÜV-Stempel von 1987. Ein Faktum dass meinen Lokalpatriotismus so richtig in Wallung bringt und ich dieses knuffige Vehikel am liebsten ins Schlepptau nehmen würde. Nun ja, träumen ausdrücklich erlaubt, denn viele der hier Anwesenden haben ihren Traum ja in die Wirklichkeit umsetzen können. Einen Transporter der ersten Generationen zu fahren ist schon ein ganz besonderes Privileg, das es zu geniessen gilt. Geht prima auf dem Maikäfertreffen Hannover, dem wir auf der nachmittäglichen Abreise auch schon wieder hinterherweinen. Jetzt heisst es wieder runterzählen bis zum nächsten Mai. Der Countdown läuft!









