Prüfung für Freiheitsliebende

So langsam merke ich wie sich das unbefriedigte Fernweh seinen Weg in meine Stimmung bahnt. Denn während das Frühjahr mit seinem wunderbaren Wetter lockt und die Brückentage auf uns zukommen, heisst es für das freiheitsliebende Bullivolk die Füße stillhalten. Das ganze kommt mir vor wie eine unwirkliche Verlängerung der Winterpause. Man starrt auf seinen Van, macht sich Gedanken was verbesserungswürdig ist, recherchiert dazu im Netz oder liest sich mit Literatur zum Thema heiß. Alles schön und gut aber ersetzen kann das die laufende Saison und die Abenteuer da Draußen wirklich nicht. Das Veranstaltungen auf die wir uns schon sehr gefreut haben abgesagt werden schmerzt, aber wenn einem auch das Wochenende an dem man einfach mal ins Blaue fährt für unabsehbare Zeit genommen und vielleicht auch noch der Sommerurlaub gecancelt wird, dann geht das an die Substanz. Alles Dinge die mich nach den langen Wochen sehr wehmütig stimmen. Öl auf das Feuer giesst noch ein Arbeitspapier des „Arbeitskreis zum Reisemobiltourismus“, der sich Gedanken über das Hochfahren von Campingplätzen gemacht hat. Da ist die Rede von Parzellenvergößerung wegen des Abstands, von Einlaßstopps für Vans ohne eigene Toilette weil ja die Sanitäranlagen geschlossen bleiben müssen, und vom Verzicht auf die Freizeiteinrichtungen und Servicedienstleistungen im Camp. Zaghafte, ehrenhafte Versuche aber leider reizlos sondersgleichen und völlig das Wesen eines solchen Platzes nehmend. Diskutiert wird auch die Wiederaufnahme der innerdeutschen Reiseerlaubnis für autarke Wohnmobile. Kommt für uns ohne Toilette an Bord schon mal nicht in Frage. Ziemlich perspektivlos das Ganze! Ein Zustand der, wenn es für uns alle schlecht läuft noch sehr lang anhalten könnte und dann wirklich auf eine meiner Hauptlebensadern drückt. Ich bin gespannt nach welcher Zeit der Abstinenz der Damm welcher die Natur-, Meer- und Weiteliebenden zurückhält anfängt brüchig zu werden. Bei mir scheint demnächst bei aller Selbstdisziplin ein gewisses Level erreicht zu sein. Wie das zum Ausdruck kommt bleibt abzuwarten. Vielleicht ziehe ich dann einfach in den Keller um zu einem gollumartigen Wesen zu mutieren, das die Fotoalben der letzten Roadtrips anbetet und apathisch bewacht. In diesem Sinne schreie ich wie einst William Wallace gespielt von Mel Gibson im Blockbuster Braveheart vom Schafott in die Welt: „Freiiiiiiheiiiit!“. Bleibt gesund und haltet durch! FCK CORONA!

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