Anders, aber kaum schlechter – Das Südsee-Camp geht immer

Auch dieses jährlich wiederkehrende Familien-Highlight ist in 2020 natürlich nicht so wie immer. Corona hat auch hier durch die Absage des einhergehenden Bustreffens einiges durcheinander gebracht. Ein bitterer

Los geht die wilde Fahrt! Na ja, lächelnd in die Baustelle könnte man das auch nennen!

Beigeschmack, aber für uns längst kein Grund den gesamten Urlaub in Frage zu stellen. Das Südsee-Camp bietet einfach so viel mehr und ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass viele Bullifahrer ebenfalls nichts Offizielles brauchen um sich auf den Weg zu machen. Allein, dass wir immer noch im Vorjahr buchen ist Beweis genug, wie sehr uns dieser Ort egal was kommen mag familiär ans Herz gewachsen ist.

Wie vor Wochen geplant starten wir zu sechst pünktlich um 10:00 Uhr in Richtung Lüneburger Heide. Die Wettervorhersage ist recht vielversprechend und unsere Gesamtlaune steht dem in Nichts nach. Wietzendorf wir kommen, zwar gemütlich mit maximal 85 km/h, aber wir kommen.

Angus an der Klampfe ist geil, aber auf dem Teller auch nicht von schlechten Eltern!

Die A7 ist gnädig trotz Dauerbaustelle und der Beinahe-Kollision mit einem

Motorradfahrer, so daß wir gegen 13:00 Uhr kurz vor dem Ziel ins Miss PeppeR Diners einchecken. Die Schranke zum Paradies öffnet erst um Drei, Zeit genug sich gemütlich einem Angus Beef Burger zu widmen und anschließend noch um den Südsee zu wandern. Ida ist ein wenig geflasht, als sie den großen Spielplatz erblickt und gar nicht mehr wegzubekommen. Mir geht es ähnlich, denn der Teilegott (Kultperson aus der T3-Szene) hat sich mit seiner „Wilden 13“ (Ein tiefer und breiter T3, welcher mit Sound-und Lichtanlage ausgestattet ist) ebenfalls am Seeufer niedergelassen. Man kann sie quasi riechen die Ruhe vor dem „Bass-und-Lichter-Sturm“ der von dieser Stelle ausgehen wird sobald das Sonnenlicht gewichen ist. Doch vor der Party steht erstmal der Bezug des Ferienhauses. Neu ist die Tatsache, dass man erst beim Einchecken erfährt welche Bleibe man im Feriendorf Sommarbÿ beziehen darf. Bei uns ist es exakt wieder die vom Vorjahr. Solange wir diesmal hier unsere Ruhe finden kann ich durchaus damit leben. Das überraschende Einrichtungs-Up

Ida steht wie gebannt vor dem „Kinder-Dom“ am Südsee

date mit neuen Möbeln, einer Spülmaschine sowie einer Mikrowelle kommt gut in bei uns an, denn nicht Abwaschen zu müssen, bedeutet mehr Zeit und ist damit wahrer Luxus. Wie dem Infoblatt zu entnehmen ist bekommen zum Ende der Saison die kleineren Häuser ebenfalls diese Auffrischung.  Die Chalets nebenan sind zu unserem Erstaunen gleich ganz einer neueren Generation gewichen, die sich mehr als sehen lassen kann. Hier hat man trotz der Rückschläge der letzten Monate oder gerade deswegen nochmal ordentlich in die Zukunft investiert. Ein erster Gang über den Camping-Platz ist schon sehr irritierend. Zuviel „Weißes“ und zuviel leere Stellflächen. Aber es ist ja auch erst Donnerstag und außerdem Pandemie. Der Abend ist chillig, die Kinder sind bestens gelaunt und kuscheln sich an die Oma. Ein Anblick der mir sehr viel Freunde bereitet.
Am nächsten Morgen stelle ich mich in die Schlange am „Bootsmann“. Das kleine Restaurant im Dorf ist Anlaufstelle wenn es um Brötchen und andere Leckereien geht. Warten gehört ja seit dem Lockdown im März diesen Jahres schon fast überall dazuund die Brötchen sind jede Minute davon wert. Heute haben wir uns, wie auch am Samstag für das Schwimmbad eingebucht. Zwei Tage zuvor habe ich bis 0:00 Uhr am Rechner ausgeharrt um uns 2 Stunden im Badeparadies mit Corona-Bedingungen zu sichern. Die Plätze waren laut Website begrenzt und für einen Slot mit jeweils zwanzig Personen angesetzt. Ein paar mehr sind es dann doch

Das Badeparadies – Der wahrgewordene, feuchte Traum einer jeden Familie…

als wir eintreten, aber wem ist das „Überziehen“ in dieser Oase auch zu verdenken. Wahrlich ein Heimspiel. Ida scheint in ihrem Kleinkind-Wunderland von dem sie immer träumt angekommen zu sein und auch die Großen, die hier schon seit 11 Jahren durch die Fluten tauchen sind sichtbar nun vollends im Urlaub angekommen. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Wieder am Haus erblicke ich in der Nachbarschaft ein Banner der Bulli & Käfer – Freunde Dinklar. Diese Truppe ist mir echt ans Herz gewachsen und ich freue mich schon sehr lange darauf mit Chrischi und Co. mal ein Bierchen trinken zu können. Heute klappt das noch nicht ganz, denn wir haben im Bootsmann einen Tisch reserviert. Da wären wir wieder bei den Gewohnheiten. Pünktlich wie jedes Jahr werden uns die Spareribs um 18:00 Uhr serviert. Ein Essen, dass es genau nur einmal im Jahr gibt und zwar hier. Pappsatt wie immer tingeln wir wieder nach Haus und ich bin schon sehr gespannt was sich am nächsten Tag hier in Sachen „Bulli-Camper“ so abspielen wird.
Der erneute Schwimmbad-Besuch bringt schon mal den nötigen Kick für den Tag. Heute heisst es ein wenig über das gesamte Camp streunern. Ida nimmt jeden Spielplatz mit,

In bester Nachbarschaft mit den „Bulli & Käfer – Freunden Dinklar“

ihre Geschwister radeln mit den Klappfahrrädern durch die Gassen und ich versuche ein wenig die Stimmung unter den Bullifahrern einzufangen. Eines vorweg: In meinen Augen hätte man mit der Absage des Treffens ein wenig anders umgehen können. Man nehme sich ein Beispiel an Anderen, wie z.B. dem Treffen „Bullis auf Rügen„. Hier wird spielersich, aber durchaus ernsthaft und vor allem

kommentiert, ja sogar dokumentiert an das „Nicht-Treffen“ herangegangen. Hut ab, nur so hält man die Truppe zusammen! In Wietzendorf kommen ausser der nüchternen Absage über das Web, nur Bemerkungen mit erhobenem Zeigefinger, die mal so

Dann eben Camping-Wochenende. Man wäre ja eh hier gewesen!

gar nicht zur Gemeinschaft die man sonst so gerne unter den Fittichen hält beitragen.

Irritieren lassen sich dadurch dennoch nicht wenige, denn es haben doch um die 200 Bullis über den Campinglatz eingebucht und verleben ein lockeres und nach Corona-Regeln konformes Beisammensein. Kleine Gruppen, die sich versetzt auf allen Arealen des Camps angesiedelt haben. Interessante Enklaven zwischen den ganzen „Weiß-Campern“, die man gerne besucht um Fotos zu machen oder einen kleinen Plausch zu halten. Ich treffe Olli wieder, den ich beim 1. Arena Bulli Summer Camp kennengelernt habe und auch Holger aus dem hohen Norden mit dem ich immer gern über unsere gemeinsame Leidenschaft „Klappfahrräder“ sinniere. Endlich auch das längst überfällige Bier mit den Herren aus Dinklar. Auf dem Platz geht es entgegen aller Unkenrufe überall locker zu und von irgendwelchen verschärften Kontrollen ist hier auch nichts zu vernehmen. Den Gegensatz bildet wie auch im letzten Jahr das Feriendorf selbst. Uns als Ort der Ruhe für Familien in Erinnerung feiern hier vermehrt wieder Jungessellenabschiede und Kegelclubs ihre Partys. Das hat sich seit letztem Jahr irgendwie nicht ganz so positiv entwickelt. Eine legale Party würde

Gut vorbereitet zur rollenden Disco…

unsere kleine Ida auch gern feiern, denn sie tanzt unheimlich gerne.  Ich hatte auf die Kinderdisco gesetzt, die natürlich auch dem Virus zum Opfer gefallen ist. Vielleicht kann ein Spaziergang nach dem Racelette mit einem Lichter-Luftballon zum Teilegott Abhilfe schaffen. Disco ist das bei ihm ja auch irgendwie. Schon von der anderen Seite des Ufers aus sieht man die Lichtblitze über den See zucken. Mich erinnert die Wilde 13 ja immer an das Konzert von „The Prodigy“, welchem ich im Jahr 1997 in Lübeck beiwohnen durfte. Ich dachte mir seinerzeit, das so wohl der Eingang zu Hölle aussehen müsste. Romantische Vorstellungen eines Sünders würde ich es jetzt wohl nennen. Aber anders als der Scheitan ist Marco (der Teilegott) herzensgut und quasi schon genau das Gegenteil – Ein aktiver Wallfahrtsort für Bulli-Freaks. Die Menschen stehen wie gebannt vor dem

Bis zum nächsten Jahr! So oder so!

bärtigen Mann und dessen wunderbar kuriosem Auto. Einmal angezogen ergeht es dem Betrachter wie den Motten im Licht und man hat echte Schwierigkeiten sich wieder loszureißen. Ich mag das alles sehr! Nur Ida kann nicht mehr tanzen. Ihre kleinen Augen sind zugefallen noch bevor wir die rollende Disco ereicht hatten. Zeit zu gehen.
Der Tag danach ist ebenso stressfrei wie die gesamte Zeit hier im Südsee-Camp, da

unser Haus erst um 12:00 Uhr geräumt sein muss. Ein leckeres Frühstück und ein kleiner familiärer Abschlußplausch, den ich Euch nicht vorenthalten will runden den Aufenthalt hier ab. Hier die Statements aus der Runde. Meine Mutter: „Och, so ohne die Bullis war das doch schön ruhig hier!“. Mein 16-jähriger Sohn: „Was denkst Du Papa sind wir heute zuhause?“. Meine Frau: „Ich schaue nochmal unter das Sofa, damit wir auch nichts vergessen!“. Meine 12-jährige Tochter: „Ich könnte schon wieder Spareribs essen!“. Meine kleine Tochter: „Mjammjam?!“. Ich: „Nächste Woche buche ich gleich für nächstes Jahr, meine geliebte Familie!“. in diesem Sinne, lasst Euch den Spaß nicht verderben und rollt dorthin wo immer ihr wollt!

 

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