Über Wellen gleiten und auf Pferden reiten – Sommerfinale im Südsee-Camp

Das zweite Wochenende des Septembers ist in diesem Jahr früh im Monat zu finden. Vielleicht für den Wettergott die Gelegenheit uns bei der alljährlichen und mittlerweile 14. Reise ins Südsee-Camp mit einer Hochsommerverlängerung zu unterstützen. Bingo! Es ist heiß, sehr heiß und mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 1% wohl niemals besser gewesen. Fakten die glücklich stimmen. Das ist auch dringend nötig, denn in diesem Jahr müssen wir schnerzlicherweise auf die beiden großen Kinder verzichten. Klassenfahrt und Jakobsweg kreuzen sich an diesem Datum und lassen uns nur zu viert in die Lüneburger Heide reisen. Obwohl in dieser Konstellation auch anders möglich, wählen wir traditionsbewußt wieder den Van um an das heiß ersehnte Ziel zu kommen.

Fertig gepackt! Harz? Nein, Heide!

Tag 1: Nur ein kurzer Abstecher um meine Mutter abzuholen und dann soll es gemütlich auf die Autobahn gen Norden gehen. Doch das deutsche Straßenbauwesen hat anderes vorgesehen und schickt uns auf eine außergewöhnliche Umleitung mal eben durch den Harz. Auf rund 700 Höhenmetern über Clausthal-Zellerfeld bis Bad Grund wird der Dieselmotor vom Bus natürlich ordentlich gefordert. In mir brodelt es ein wenig, denn durch den Harz fahren um in die Heide zu kommen ist wohl das ungünstigste was einem, der quasi an der A7 wohnt so passieren kann. Ruhig bleiben und ans Ziel denken. Und das ist dann nach ca. 200 km zumindest staufreiem fahren endlich auch erreicht. Na ja nicht ganz, denn um 15:00 Uhr öffnen erst die Tore ins Paradies. Zeit genug um

Niedlicher Service-Roboter

erneut dem Diner “Miss PeppeR” in Wietzendorf einen Besuch abzustatten. Das Kult-Restaurant, mit den köstlichen Burgern hält in diesem Jahr ein ganz besonderes Schmankerl für uns bereit. Ein Service-Roboter mit Katzengesicht und Minion-Stimme rollt an und bringt das Besteck. Ida scheint die künstliche Hilfskraft nicht ganz geheuer, kann im Nachineien aber auch nicht die Blicke von ihr lassen. Bei dem Personalmangel im Gaststättengewerbe werden wir uns wohl bald an solche außergewöhnlichen, aber durchaus unterhaltsamen Anblicke gewöhnen müssen. Apropops Personalmangel: Als wir um Punkt drei auf dem Gelände der Ferienstätte eintreffen und wie

Das Tor zur Freiheit

immer im Rathaus des Feriendorfes Sommarbÿ den Schlüssel abholen wollen, klärt uns ein Schild an der Tür auf, dass dieses Donnerstags nicht mehr besetzt sei. Das stimmt erneut nachdenklich, aber eine etxra Runde über den Platz zur Hauptrezeption gibt uns zumindest die Möglichkeit sich wieder auf dieses tolle Areal einzustimmen. Tatsächlich merke ich jedesmal wenn ich ich mich im Südsee-Camp befinde, dass mein Herz regelrecht mit diesem wunderbaren Ort der Freizeit zusammenhängt. Zuviel schöne Erinnerungen eben, die gleich heute noch um ein paar mehr aufgestockt werden müssen. Nach der Pflicht, also dem Bezug des Hauses, folgt die Kür in Form einer Abkühlung im Südsee. In all den Jahren ist das erst das zweite Mal überhaupt, dieses ohne klappernde Zähne tun zu können. Ida ist kaum zu bremsen und möchte am liebsten mit ihrer Schwimmnudel durch den ganzen See waten. Ein schöner Auftakt, der

Abkühlung im Südsee

für mich persönlich durch den Blick auf einige Busse am Ufer noch herrlicher wird. Obwohl 2019 das letzte offizielle Bus-Treffen hier im Südsee-Camp stattgefunden hat, pilgern immer noch einige treue Seelen mit ihren blechernen Gefährten auf diesen Platz. Eine Verbeugung vor alten Zeiten und der Wunsch einer Wiederkehr, die wohl leider niemals wahr werden wird. Mit nostaglischen Gedanken geht es zurück zu unserem Haus. Auf dem Weg dorthin vernehme ich meinen Namen vom Campingplatz. Petra und Peter, die Besitzer einer T3 Doka fühlen wohl genauso und haben sich ebenfalls an diesem Wochenende hier eingemietet. Schön, dass ich nicht allein bin, wenn es um das Aufrechthalten von Traditionen geht. Familiäre Gespräche auf der Terasse, Nudeln in Tomatensoße und ein Froschkonzert im angrenzenden Biotop beschließen den ersten Tag, der bis auf die bergige Umleitung auf der Herfahrt, sowie die blutrünstigen Mücken im Wohnzimmer nicht hätte besser sein können.

Erkundungstour im Reiterhof

Tag 2: Der Freitag beginnt so wie er beginnen soll. Die ersten Sonnenstrahlen nach einer ruhigen Nacht und ein üppgies Frühstück als Cerealien für einen perfekten Start in den ersten echten Urlaubstag. Natürlich steht heute ein Besuch im Badeparadies an, doch wir haben noch ein wenig Zeit bis es soweit ist und wollen den Reiterhof einmal erkunden. Ponyreiten wäre eine echte Premiere nach all den Jahren, also eine Freizeitmöglichkeit, die wir noch nicht im Südsee Camp wahrgenommen haben. Ein Blick durch die ordentlichen Stallungen, ein erstes Berühren der kleinen Rösser und schon ist der Termin am morgigen Vormittag gebucht. Das Thermometer steigt wieder in Richtung

Rein ins Vergnügen

30 Grad und weist uns förmlich den Weg zur Abkühlung in das platzeigene Schwimmbad. Wer noch nicht dort war hat wirklich etwas verpasst. Erholung pur dank Kinderparadies mit Piratenschiff, den Riesenwellen in der Lagune und dem legendären Wildwasser-Canyon. Ida sieht man ihr inneres Glück regelrecht an. Rutschen, über die Wellen hüpfen oder einfach nur im Whirpool abhängen. Übrigens auch meine Mutter mit über 80 geniesst hier schwimmend jede einzelne Minute. Momente, nach denen wir uns das ganze Jahr schon gesehnt haben. Als kleiner Wehrmutstropfen der wohl auch dem bereits erwähnten Personalmangel geschuldet ist, erfahren wir, dass es nur noch Eis und Getränke aus dem Kühlschrank gibt. Die Küche im Bad hat zur Zeit gänzlich geschlossen. Somit fallen die geliebten Schwimmbad-Pommes aus. Vielleicht aber auch gut so, denn heute Abend sind wir wieder Gäste im

Mein Haus, mein Auto und mein Selfie-Stick

Bootsmann, dem kleinen “Astrid Lindgren” – Restaurant im Feriendorf mit seinen üppigen Essensportionen. Baden macht müde und so chillen wir den Rest des nachmittags einfach auf unserer sonnendurchfluteten Terasse, die wir u.a. mit einer Hängematte von Tropilex dafür bestückt haben. Die Ruhe vor dem Sturm könnte man sagen, denn nun füllen sich alle Häuser drumherum mit Leben. Zapfanlagen, Lichtinstallationen und lange Tischreihen vor unserem Schlafzimmerfenster verheisen für uns Ruhe liebenden Urlauber nichts Gutes. Verdrängunstaktik im Bootsmann: Die all-you-can-eat Spare Ribs sind auch dieses Mal wieder an Köstlichkeit kaum zu überbieten. Mampfen macht in diesem Fall wirklich glücklich. Kugelrund statten wir dem Amphietheater einen Besuch ab. Hier ist Kinderbelustigung mit Maskottchen und jeder Menge Musik angesagt. Mit glänzenden Augen klatscht Ida im Takt mit, während wir den Sonnenuntergang reflektierend im See betrachten können. Wenn hier jetzt noch Palmenhaine stehen würden, wäre die Transformation in Richtung Ozeanien nahezu perfekt.

Kult-Deko im Bootsmann

Passend auch heute dazu wieder die Mücken, die es uns leicht machen den Heimweg anzutreten. Wie befürchtet tobt vor vielen Häusern in dieser lauen Sommernacht der Party-Mob. Laute Musik und noch lauteres Gelächter begleiten unsere krampfhaften Einschlafversuche. Geschlossene Fenster sind bei den Temperaturen nicht möglich und erholsamer Schlaf bis 2:00 Uhr Nachts so ebenfalls nicht. Schade, dass einem im Laufe der Jahre hier immer weniger Ruhe gegönnt ist. Bevor ich mich dann endlich  ins Traumland begeben darf, denke ich noch an den Brief den wir jedes Jahr vor der Anreise bekommen haben als noch das Bustreffen stattfand, Hier wies man uns freundlich auf die mögliche Lauftstärke des Events hin, die jedoch mit dem was heute dort stattfand im Vergleich bei weitem nicht mithalten konnte. Mit Sicheheit findet man auf dem Campingpaltz selbst mehr Ruhe als hier im Dorf! Mit dem Wunsch nach einem Nachwächter mit Durchsetzungsvermögen schliessen sich die Augen. Auf Sonne folgt eben doch manchmal der Regen.

Pflege-Tipps vom Profi

Tag 3: Ein wenig gerädert begehen wir den letzten Tag hier in unserem Urlaubsparadies. Die frischen Brötchen aus dem Bootsmann, sowie die mitgebrachte Eichsfelder Stracke lassen die Aufregeung der letzten Nacht mehr und mehr dahinschmelzen. Doch damit nicht genug, meine Frau stattet allen Nachbarn, solange sie noch nüchtern sind, einen Besuch ab. Sie schildert ihnen nett aber bestimmt unser Empfinden und erhält tatsächlich Reuebekundungen als auch einige Versprechen sich am heutigen Abend zivilisiert zu verhalten. Alles wird gut, denke ich mir und fahre mit

Runde für Runde pures Glück

Bruno erstmal ins schöne Wietzendorf um noch frische Zutaten für unser abendliches Racelette zu besorgen. Wieder zurück im Schwedenhaus steht Ida schon bereit für ihre Reitstunde. Voller Vorfreude marschieren wir zum Reiterhof. Nach einer fachkundigen Einweisung zur Pflege der Ponys darf sie sich endlich auf den Rücken von “Santos” begeben, der sich als ein wenig störrisch erweist und ab und zu seinem eigenen Programm nachgeht. Aber das wird wohl eher nur von uns als Eltern so kritisch wahrgenommen, denn Ida grinst bis über beide Ohren während sie stolz durch die riesige Halle getragen wird, egal was Santos zu tun

Gut gehen lassen

gedenkt. Was für ein Abenteuer! Schwimmen muss aber auch noch sein und wir tauchen an diesem Samstag abermals in den Fluten des einzigartigen Wellenbades ab. Die ungestillte Lust auf Pommes führt uns danach in das benachbarte Insel-Restaurant. Das perfekte Wetter erlaubt es die Leckereien auf der Terasse mit Seeblick zu nehmen. Vor lauter SUBs auf dem Gewässer bräuchte es fast eine Verkehrsregelung, meint meine Mutter schelmisch. Besser als Fernsehen und ein perfekter Urlaubsmoment, den wir in vollen Zügen in uns aufnehmen. Innere Zufriedenheit durch und durch hier im Südsee-Camp. Auf dem Rückweg setzte ich mich noch auf ein Bierchen zu Petra und Peter. Die Bullifahrer können auch nur Gutes

Saunieren an der Platte

über ihre Zeit hier im Südsee-Camp berichten. Lediglich die Mückenplage in diesem Jahr zwingt auch sie dazu auf diverse Hilfsmittelchen zurückzugreifen. Die gierigen Tierchen sind es dann auch, die am Abend unser Wohnzimmer zu einer regelrechten Sauna mutieren lassen. Das traditionelle Racelette bei geschlossenen, mückenabweisenden Fenstern treibt uns die Schweißperlen auf die Stirn. Was muss das muss, auch wenn sich das Shirt durch die Nässe ganz nah an den Körper schmiegt! Die Abwendung von der Grillplatte aufgrund der anstehenden

Bunter Abschluss

Leuchtstäbchen-Bastelei bringt unsere Körper langsam wieder auf Normaltemperatur. Herrlich kreativ klingt der Abend dann leider auch schon wieder aus und während Ida danach in ihrem Bett ein paar Tränchen verdrückt als sie erfährt, dass es Morgen schon wieder Heim geht, kuschelt sich der Rest gemütlich vor dem Fernseher. Wie ruhig es da Draußen heute an den Häusern ist. Der Einsatz meiner Frau trägt wohl Früchte, vielleicht hilft aber auch der Fakt, dass einige der Party-People morgen ihr Auto wohl oder übel eigenhändig nach Hause fahren müssen. Trotz des laustarken Freitags war es wieder ein Wochenende wie es im Bilderbich nicht besser hätte abgebildet werden können. Schade nur, dass dieses wohlige Gefühl in mir dann am Sonntag schon wieder den Alltagsgedanken weichen muss. Aber wir kommen natürlich wieder im September 2024, denn das was gut tut muss weitergeführt werden. We love it!

 

 

4 Kommentare

  • Hallo Bernie,
    was für ein schöner und abwechslungsreicher Reisebericht hier in deinem Blog! 🥰🧡
    Dankeschön, dass du eure Erlebnisse und Eindrücke hier auch für andere Südsee-Camp Urlauber und Camper niedergeschrieben hast. Es freut uns sehr, dass ihr euch bei uns so wohlfühlt und auch nächstes Jahr wieder zu uns kommt! 🤩🎉

    …es ist gut zu lesen, dass ihr im direkten Gespräch mit den lärmenden Nachbarn die folgende Nacht einen ruhigeren Schlaf findet konntet, aber falls ihr tatsächlich nochmal Nachbarn haben solltet, die unsere Nachtruhe (ab 23 Uhr) überziehen und ihr dadurch keinen Schlaf finden könnt, dann zögert bitte nicht unseren Nachtwächter anzurufen! Die Telefonnummer findet ihr in euren Anreiseunterlagen oder auch wenn ihr nachts die Nummer unserer Rezeption wählt, erreicht ihr unseren Nachtwächter.

    Wir wünschen euch noch ganz viele wunderbare Aufenthalte bei uns und bedanken uns bei euch, dass wir euer Familienurlaubsziel sind. 😍

    🧡🌴🏖 Ganz herzliche & sonnige Grüße aus dem Südsee-Camp
    Euer Südsee-Camp Team

    • Bernie

      Liebes Südsee-Camp Team,

      herzlichen Dank für Eurer Lob und das ausführliches Feedback! Im nächsten Jahr werden wir Euren Rat bei partywütigen Nachbarn befolgen. Ich denke es wäre dennoch sinnvoll, dass ab 23:30 Uhr der Nachtwächter mal eine Runde im Dorf dreht und auf diese Nachtruhe hinweist. Sollte nicht mehr als eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nehmen und wäre ein tolles Zeichen für alle Urlauber-Familien, die aufgrund der Erholung zu Euch kommen.

      Und ja, wir kommen wieder! Ich werde in Kürze die Buchungsanfrage wieder rausschicken. Neben Weihnachten wohl in unserer Familie die am meisten herbeigesehnten Tage im Jahr. 🥰🧡 Übrigens, fettes Lob an Eure Mitarbeiter an der Rezeption, im Schwimmbad und in der Gastro. Freundlich, ehrlich und mega hilfsbereit!🙏

      Es winkt herzlichst der Bernie!

  • Petra und Peter

    Moin Bernd,

    Ja das war ein schönes ereignisreiches
    langes Wochende für uns. Wir haben uns sehr gefreut euch zu treffen.
    Jedesmal wenn wir im Südseecamp sind schwelgen auch wir in Erinnerungen der vielen Bullitreffen. Wir hoffen jedesmal wieder mehr Bullifahrer zu treffen aber leider wird es immer weniger.
    Nächstes Jahr wieder ein Plausch bei einem Bier?
    Wir würden uns freuen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert