Zappenduster im schmierigen Rotlichtmileu – Störungssuche bei der Öldruckkontrolle

Neulich zum alljährlichen Ölwechsel bemerkte mein Kumpel Patty, dass die LED-Leuchte für die Öldruckkontrolle im Kombiinstrument nicht geht.

Frischer Saft für Bruno, aber rote Öldruckkontroll-LED ist tot.

Als ich ihm mit „Ich glaube die ging noch nie!“, antwortete, wusste ich bereits, dass eine intensive Fehlersuche die Folge dieses nicht beachteten Umstands sein würde. Denn, normalerweise muss sobald man die Zündung anschaltet, die Öldruck LED blinken, sofern man einen  Turbodiesel JX ab Oktober 1984 sein eigen nennt und somit die dynamische Öldruckkontrolle verbaut ist. Sollte diese nicht blinken, liefert das Buch „Jetzt helfe ich mir selbst“ und die t3-pedia.de folgende Ansätze zur Ursachenforschung:

0,3 bar-Schalter

A) Motor an ohne Gas: Die Leitung (in blau/schwarz) vom Öldruckschalter 0,3 bar abziehen und gegen Fahrzeugmasse legen. Der Schalter sitzt am Zylinderkopf (in Fahrtrichtung vorn/oben).
Blinkt jetzt die Leuchtdiode ist der Öldruckschalter defekt. Bleibt es dunkel ist die Zuleitung bzw. die Leiterfolie, die Leuchtdiode oder das Steuergerät für die Öldruckkontrolle (im Tacho verbaut) defekt.

Dann folgt die Überprüfung des Steuergeräts

B) Motor an langsam Gasgeben: Die Leitung (in gelb) vom Öldruckschalter 0,9 bar/l,4 bar abziehen (nicht an Fahrzeugmasse legen). Der Schalter sitzt am Ölfilterflansch

0,9 bar-Schalter

(Ölfiltergehäuse). Ab etwa 2000/min muss die Leuchtdiode nun blinken und der Summer im Steuergerät für die Öldruckkontrolle (im Tacho verbaut) muss ertönen.
Wenn nicht ist das Steuergerät defekt.

C) Motor an ohne Gas: Kabel am 0,9 bar-Schalter abziehen und frei hängen lassen. Werden nun Kontrolle und Sumer aktiv, ist die Zuleitung von Klemme W der Lichtmaschine (die Drehzahlinformation) und dem Steuergerät unterbrochen. 

Da nun nach Test A) und den beiden Folgetests die LED der Öldruckkontrolle weiterhin dunkel blieb, konnte der Fehler mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nur im

Alles für die Bastelstunde

Kombiinstrument zu finden sein. Eine Anfrage im T3-Schrauberforum hatte folgende Tipps zur Folge:

1. Leiterfolie am Stecker zur dynamischen Öldruckkontrolle defekt – Bewährte Lösung: Umrüstung auf die Tachoplatine von fiz-o-matic

2. Störung im Steuergerät: Transistor mit der Bezeichnung BC337-25 ist kaputt. Kann einzeln ersetzt werden.  

Altersschwacher Patient

Also dann raus das Ding. Als ich das Kombiinstrument auf dem Tisch vor mit liegen habe, fällt mir auf, dass tatsächlich an der Leiterfolie zum Steuergerät ein Kontakt unterbrochen scheint. Den vielen Empfehlungen folgend entscheide ich mich auch im Hinblick auf zukünftige Brüche des arg geschundenen, „zentralen Nervensystems“ für den Kauf der fiz-o-matic-Tachoplatine. Kaum ist der Bausatz im Haus beginne ich mit der Demontage der Leiterfolie. Als ich den Stecker im Schacht zum Steuergerät ziehe bemerke ich, das dieser nur lose dort hineiengelegt wurde.

Bruch in der rechten Leitung zzur dyn. Öldruckkontrolle

Die typsichen sechs Pins des Steuergeräts, welches im Tacho verbaut ist, sind einfach nicht vorhanden. Ergo kein Steuergerät und somit natürlich auch keine blinkende LED dazu. Wahrscheinlich hat der Vorbesitzer sich von der Platine aufgrund einer Fehlfunktion getrennt und ob des hohen Preises risikofreudig gegen den Einbau einer Neuen entschieden. Wie dem auch sei, für mich muss

Steuergerät? Fehlanzeige!

ein Steuergerät (Teilenummer für Diesel mit Servolenkung 251 919 064 C) her um zukünftig auf der sicheren Seite zu unterwegs sein. Glück im Unglück ist, dass die Classic Parts Abteilung der Wolfsburger gerade eine 20% -Aktion fährt. So bekomme ich das gute Stück für schlappe 187,- Euro.

So soll es aussehen. Mit ca. 250,- € ist man i.d.R. dabei.

Fix eingebaut, da nur in den Tacho hineingesteckt, mache ich mich nun an die Tachoplatine, die übrigens auch ins Portfolio des Teilehändlers mybusparts.de Einzug gehalten hat. Größtes Hinderniss dabei sind die auseinanderbröselnden Ecken des Gehäuses in denen die Schrauben versenkt werden. Jahrzehntelange Sonnen-Braterei hat dem Instrument so einiges an Schaden zugefügt. Mit viel Sekundenkleber und den Reparaturecken von fiz-o-matic kann ich dann wieder einigermaßen Stabilität in das Gefüge bringen und die Platine ordentlich verbauen. Die Stecker des Sets sind wirklich nahezu selbsterklärend obwohl ich mir auf der Website des Herstellers gern ein Gesamtbild von der fertigen Intstallation gewünscht hätte (hier habt ihr zumindest meins) und jeweils ein Bild hinter der Auflistung der gelieferten Teile. Knifflig war für mich in erster Linie die kleinen Lämpchen über ihrer neuen Platine wieder in die Gehäuse zu schrauben. Da brauchte es echte Fingerkraft und manchmal auch vorsichtg eine Rundzange als Hilfsmittel. Gut zu wissen ist auch, das in meiner Version der Tachobeleuchtung im Gehäuse für das Fernlicht eine blaue Kappe verbaut ist, hinter der ein weisses Lämpchen bei Betätigung glühte. Für den Einbau der neuen blauen LED muss die

Endlich leuchtet das was leuchten soll

Kappe weichen in dem ihr vorsichtig mit dem Bohrer der garaus gemacht wird. Und Achtung, alle neuen LEDs müssen richtig gepolt sein, in der Form, dass die abgeflachte Stelle am farbigen „Gehäuse“ nach oben zeigen muss. Diese Tatsache hat mich nach dem Probeeinbau fast verzweifeln lassen. Alles in allem dennoch eine Sache von wenigen Stunden, wenn man es bei dieser empfindlichen Technik behutsam angehen lässt. 

Nun kann ich mich endlich über ein fuktionierendes Kombiinstrumet freuen. Übrigens auch ein viel sauberes, denn beim Umbau war es mir möglich endlich mal die Kunstoffscheiben von Innen richtig zu säubern. Nicht ganz billige Mission abgeschlossen, aber immer noch besser als aufgrund der fehlenden Anzeige und anschließendem Motorschaden dem Banker einen Besuch abstatten zu müssen.  Bei Fragen zum Einbau beim JX meldet Euch gern bei mir. Rotlichtmilieu wieder erhellt!

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