BMX und T3 – Ein dokumentiertes, wiederbelebtes Kult-Duo aus den 80er Jahren
Es war ein typischer Sommertag in unserem Dorf. Die Luft flimmerte leicht über den Asphalt des Ostlandwegs, den wir uns per Fahrrad hinaufquälten.
Der Osterberg, ein Viertel in das sich unsere Gruppe bestehend aus elf bis dreizehn Jahre alten Jungs der Nachbarschaft nur begab, wenn wir zum Minigolfplatz oder einfach mal in weniger
erforschtem Terrain unterwegs sein wollten. Oben angekommen rollten wir lässig durch das Wohngebiet und nickten den Alten zu, deren Blicke uns von den Vorgärten aus verfolgten. Unsere Stahlräder von Hercules und Condor blitzen chromlastig in der Sonne, ein Tag im Jahr 1983 der nicht cooler hätte sein können. Perfekt, bis zu
dem Zeitpunkt als Thomas M. aus dem Adolf-Kolping-Ring sich mit seinem Bike vor uns aufbaute. Nicht nur, dass sein blondes Haar lässiger als das Unsere in der Sommerbrise wehte, vor allem sein Fahrrad löste wortloses durch offene Münder symbolisiertes Staunen aus. Vor uns stand ein nagelneues BMX 2000 in Blau-Gelb mit Kunststoff-Speichenrädern und bronzefarbenem Lenker für immerhin 279 DM. Wir kannten die Radgattung bereits aus dem Film
„E.T. – Der Außerirdische“, aber live hatte man so einen auffälligen Nachbau aus dem Quelle-Katalog hier noch nicht zu Gesicht bekommen. Ein Moment, der den Fahrradbestand in unserer Gruppe nach und nach anwachsen ließ. Die Ära der BMX-Bikes
war nun auch auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfes angekommen und so wurde der nahegelegene Schulhof zum Vorführort der neuen, geländefähigen Spielzeuge. Nachdem ich den Wunsch nach einem solchen Fahrrad gegenüber meiner Mutter ausgesprochen hatte, fand ich zum Geburtstag ein Rot-Weisses BMX 2000 in der heimischen Garage. Ich war stolz auf das laut Sticker ausgewiesene Wettkampfrad und doch musste ich immer wieder an die Farbkombination der Thomas-Variante denken. Zumindest solange bis wenige Jahre später die Rennräder jenen US-Hype jäh zum Stillstand brachten. Mit dem Verkauf des BMX-Rads schloss sich dieses Kapitel für mich zunächst. Aber, knappe dreißig Jahre später hielt ich nach dem Erwerb meines
Traumautos, einem Transporter der dritten Generation von 1988, die dazugehörige Mappe mit allen Wartungsbelegen in den Händen. Beim Durchblättern fiel mir ein Prospekt des Herstellers ins Auge, auf dem ein farbidentsiches Modell meines Multivans abgebildet war. Geparkt war dieses Auto vor dem Haus der Krauses, einer typischen Familie der 80er Jahre mit zwei Kindern, einem Hund und zwei Kinderfahrzeugen vor der Haustür. Ein Bobbycar sowie ein BMX-Fahrrad mit gelben Plastikfelgen, dass in mir sofort wieder die Erinnerungen an jene Tage hervorrief. Das perfekte Match – Der T3 als Zeitgenosse des BMX 2000. Eine Inititalzündung, die von nun an dauerhaft zu schwelen begann. Mal mehr, mal weniger machte ich mich auf die Suche
nach einem solchen Vehikel, wobei es nun endlich die Thomas-Variante werden sollte. Obwohl diese Fahrräder aus dem Katalog von Kennern der BMX-Szene aufgrund ihres hohen Gewichts und der Rücktrittbremse eher als Anfängervehikel galten, erfreuen sie sich dennoch heute großer Beliebtheit und sind daher gar nicht so einfach zu bekommen. Doch nach all den Jahren wurde ich quasi doppelt fündig und machte so preisgünstig aus zwei lädierten 1982/1983er Kynast BMX 2000 Superstar Bikes einen wie ich finde echten Hingucker inklusive Patina, der mein 80ies-Herz bei jedem Anblick sehr erwärmt. Mal wieder hat die Nostalgie gesiegt und mit dem Einsatz von Putzlappen, Essig, Owatrol, Cola, Alupapier, Fett und WD40 meine Erinnerungen materialisiert. Ein stylisches Gespann aus Bus & Bike wie ich finde – Zeitgenössisch und emotional voll auf mich abgestimmt.









Ja mit Bj. 60 hab ich Anfang der 70iger eher bei uns auf dem Dorf Trecker gefahren & denn halt das Mofa von den großen ausgklaut 😉
Denn Fahrrad mit Hirschlenker usw.
& natürlich Bonanza.
Vom Dorf in die Stadt gezogen kam denn das Mokick.
Jetzt gerade mal wieder ein Klappfahrrad aus den 70er erworben 🤙😊