Smart und Bio – Brüche der Innenverkleidung sparsam reparieren

Es gibt sie selten, die Innenverkleidungen des T3 aus Kunststoff ohne Risse und Brüche an den Befestigungspunkten. Ich habe einmal versucht solche Beschädigungen auf eine nicht ganz herrkömliche Art zu reparieren.
Es hat mich schon lange genervt, dass die hintere Seitenverkleidung im Inneren des Vans zur Heckklappe hin an den Nieten ausgebrochen war. Im Lauf der Jahre wird der Kunststoff eben brüchig und da es in der Nähe des Motors und der Heckklappe, sowie im Kofferraum oft ruppig zugeht, kommt es eben zu diesen unschönen Erscheinungen. Unbeschädigte Ersatzteile sind echte Mangelware, so dass sich die Frage stellt wie man ohne großen Aufriss so einen Schaden repariert? Sollte Epoxidharz und Glasfilamentgewebe oder Kunststoffspachtel zum Einsatz kommen? Sicherlich möglich, aber doch recht aufwendig für eine solch minimale Stelle. Sucht man im Netz nach Möglichkeiten ploppt immer wieder die Reparaturknetmasse von Formcard auf. Hierbei handelt es sich um Biokunststoff, also biologisch abbaubaren Kunststoff, der unter Hitze in einen knetartigen Zustand übergeht und so an entsprechender Stelle angepasst werden kann. Ich wollte das mal testen und habe mir ein Set für insgesamt 7,90 € bestellt. Die Habtik des Bioplastik ist nicht vom handelsüblichen Kunststoff zu unterscheiden. In heißem Wasser wird die Karte formbar, nach dem Abkühlen wieder hart und kann aber immer wieder durch Hitze neu verarbeitet sowie entfernt werden. Laut Beschreibung verbindet sich die Masse mit „vielen“ anderen Kunststoffen. Ein kleines abgebrochenes Stückchen der Verkleidung dient mir als Testobjekt. Glück gehabt, die Masse hält unheimlich gut am 80er Jahre Kunststoff aus dem Van. Auch mit Autolack lässt sich das Teststück gut in Farbe bringen, so dass die Verarbeitung am Patienten beginnen kann. Irgendwie erinnert mich die Erstanbringung an mein altes Klassenzimmer, in dem es vor versteckten, ausgekauten Kaugummis nur so wimmelte. Mit der Heißluftpistole in Form gebracht weicht diese Eingebung schon ein wenig, aber die Übergänge nach Außen gefallen mir noch nicht wirklich. Mit normalen Schleifpapier oder einem Schleifaufsatz für den Dremel kommt man hier leider auch nicht weiter, das sich die Masse dadurch wieder erhitzt und erneut verformt. Besser geht es mit einer kleinen Scheibenbürste auf dem Multitool. Vorsichtig nach Außen führen und man schafft einen Übergang der nicht perfekt aber akzeptabel ist. Ein beherzter Druck in Richtung Karosserie lässt die Verkleidung einrasten und beweist wie stabil die behandelten Stellen sind. Die passende Farbe soll das Ganze noch unsichtbarer machen. Staubgrau (7037) nennt sich die RAL-Farbe (ca. 10 €), welche sehr nah am Original-Grau der Verkleidung agiert. Am besten fügt sich die Version in Seidenmatt in das Gesamtprojekt. Um nun die Verbindung zur Karosserie wieder herzustellen erhitze ich einen gewinkelten Draht und drücke ihn von Außen duch den Kunststoff. Kleine Schrauben (ca. 4 €) anstatt der Nieten sollen bei einem erneuten Bruch das mühselige und zerstörerische Herausbohren vermeiden. Ein Tupfer Farbe und fertig ist das Smart-Bio-Repair-Project. Mal sehen wie sich das Konstrukt nach ein paar Wochen in Aktion so schlägt. Für den schmalen Kurs trotz leichter Ungenauigkeiten wie ich finde ganz passabel und sicherlich eine Alternative zum Teilekauf oder Epoxid-Spachtelset.

Hinweis: Enthält Werbung/Markennennungen. Gutes Zeug verdient Erwähnung!

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